Süd-/Mittelamerika
Krisen/Konflikte und Hintergrundinfos




SÜD-/Mittel-AMERIKA - KONFLIKTE & KRISEN

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Sucre statt Dollar. 5 Jahre Wirtschaftsbündnis ALBA (16.12.2009)
ALBA ist ein lateinamerikanisches Wirtschaftsbündnis, dem inzwischen (9 Staaten, ohne Honduras nur 8 Staaten) angehören, die sich zu ökonomischer Solidarität verpflichtet haben. Namenspate ist der venezolanische Freiheitskämpfer Simon Bolivar, der in vielen lateinamerikanischen Ländern als Befreier und Nationalheld verehrt wird. Simon Bolivar kämpfte gegen die Konquistadoren und die gnadenlose Ausbeutung Lateinamerikas und seiner Völker.

Die Abkürzung ALBA steht für Bolivarische Alternative für Amerika. ALBA ist eine Alternative zur US-Initiative einer gesamtamerikanischen Freihandelszone.

Mitgliedsländer:
Gründerstaaten von 2004: Venezuela, Kuba; 2006 trat Bolivien dem Bündnis bei.
Weitere Mitgliedsländer sind die Dominikanische Republik, Ecuador, Nicaragua, St. Vincent und die Grenadinen, Antigua und Barbuda. Im Juni 2010 trat Honduras offiziell aus der ALBA aus. Einzelne Projekte mit der ALBA werden jedoch auch weiterhin fortgeführt.

SUCRE, gemeinsame Währung:
Seit Januar 2010 gibt es auch den ersten Versuch einer gemeinsamen Währung, dem SUCRE. Die neue Währung SUCRE wird jedoch erst als Recheneinheit getestet, vergleichbar dem Euro-Vorläufer ECU.

Die Präsidenten Fidel Castro (Kuba) und Hugo Chávez (Venezuela) gelten als die politischen Väter dieser Allianz. Erklärtes Ziel ist es, den Einfluss der USA zurückzudrängen und Lateinamerika zu stärken. Inzwischen hat die Allianz mehr als 100 Sozialprojekte aufgelegt.

Man möchte sich weniger auf monitärem Wege aushelfen, sondern vielmehr ist daran gedacht, sich mit den jeweiligen Stärken des anderen Landes gegenseitig zu nutzen. - quasi ein solidarischer Tauschhandel. Während Kuba beispielsweise anderen Ländern der Allianz mit seinen gut ausgebildete Ärzten aushelfen kann, ist es Venezuela möglich, mit Energie und anderem zu dienen. Der Allianz geht es um ein ausgeglichenes Geben und Nehmen also um einen Ausgleich, der nicht über Geld und Gewinnmargen geführt wird.

s. auch wikipedia, ALBA

Ecuador

Linkverweise auf TAGESSCHAU.de ...

"Das war ein konspirativer Putschversuch" (02.10.2010)

Ausnahmezustand nach Polizei-Protesten (01.10.2010)

Präsident verhängt Ausnahmezustand in Ecuador (30.09.2010)

Kurzinhalt des Artikels für Schüler zusammengefasst:
Im südamerikanischen Ecuador kam es zu gewaltsamen Protesten von Soldaten und Polizisten gegen die geplanten Lohnkürzungen des Präsidenten Correa, der als ein enger Vertrauter des sozialistischen Präsidenten Hugo Chávez gilt. Nach Angabe des Präsidenten sei es ein Putschversuch, der von der Opposition und bestimmten Teilen der Armee und der Polizei geführt wird. Die Militärspitze stellte sich zunächst hinter die Entscheidung des Präsidenten. Als Reaktion auf die Unruhen schloss das Nachbarland Peru seine Grenzen zu Ecuador. Auch in Washington wird die politische Krise in Ecuador mit großer Aufmerksamkeit und Sorge verfolgt.

Brasilien


29. Oktober 2018
Nun steht fest, dass Jair Bolsonaro neuer Präsident von Brasilien ist.
Er siegte bei der Stichwahl mit 55,1 % vor seinem Gegenkandidaten Fernando Haddat (44,9 % der Stimmen) von der Arbeiterpartei.


28. Oktober 2018

Kurz vor der Stichwahl liegt der rechtsextreme Präsidentschafts-kandidat Bolsonaro weiter vorne, doch der Wind scheint sich gedreht zu haben. Bolsonaros Gegenkandidat Haddad von der Arbeiterpartei hat in den Umfragewerten aufgeholt und hofft weiter auf einen Sieg.
Doch für eine echte Trendwende könnte es zu spät sein. Der ultra-rechte Rechtspopulist Bolsonaro hat noch immer einen satten Vorsprung von zwölf Prozentpunkten.

Jair Bolsonaro hatte zuletzt in den Umfragen deutlich verloren, weil er wohl auch soziale Organisationen wie die Landlosenbewegung und die Obdachlosenbewegung im Land verbal heftig attackiert hatte. Er Sprach von einer großen Säuberungsaktion für den Fall, dass er zum Präsidenten gewählt werde und drohte offenbar auch mit Inhaftierungen für politische Gegner der linken Clique.

Viele Brasilianer haben mittlerweile regelrecht Angst vor einem Wahlsieg des Rechtsaußen-Politikers. Vor allem Intellektuelle, Schwule und Lesben aber auch Menschen aus den Favelas, den Armenvierteln fürchten sich vor einem Wahlsieg des Rechtsaußen-Politikers.

In Sachen Klimaschutz und Umwelt rudert Bolsonaro mittlerweile etwas zurück und bemüht sich gemäßigter aufzutreten. So hat er zugesichert, nun doch nicht aus dem Pariser Klimaschutzabkommen aussteigen zu wollen und auch nicht den Umweltschutz bei der Ressortverteilung der Landwirtschaft unterordnen zu wollen.

Haddad, sein Gegenkandidat von der Arbeiterpartei, gilt vielen als Marionette des Ex-Präsident Lula da Silva, der wegen Bestechlichkeit in Haft sitzt. Viel zu lange hatte dieser stur an seiner Kandidatur festgehalten und damit eine frühe Kandidatur Haddads verhindert.

Viele sprechen von einer Protestwahl, denn viele Brasilianer sind gar nicht umbedingt für Bolsonaro. Vielmehr sind sie einfach gegen einen erneuten Wahlsieg der Arbeiterpartei, die sie verantwortlich machen für Armut und ausufernde Krimalität im Land.



8. Oktober 2018

Rechtspopulist Jair Bolsonaro liegt bei der ersten Runde
der Präsidentschaftwahlen klar vorne


Der Rechtspopulist Jair Bolsonaro hat in der ersten Runde nur knapp die absolute Mehrheit verfehlt. Der 63-Jährige Ex-Militär kam auf 46,2 Prozent der Stimmen. Wegen der in Brasilien ausufernden Kriminalität kommen die Forderungen Bolsonaro gut bei den Wählern an, auch wenn er abfällig über Minderheiten redet und die Militärdiktatur lobt, die bis 1985 mehr als 20 Jahre lang die Macht in Brasilien inne hatte.
Jair Bolsonaro polarisiert wegen seiner frauenfeindlichen Sprüche und seiner abfälligen Bemerkungen über Afrobrasilianer die brasilianische Gesellschaft sehr.

Der Kandidat der Arbeiterpartei Fernando Haddad landete abgeschlagen auf dem zweiten Platz. Er erreichte laut Wahlbehörden in der ersten Runde nur 28,97 Prozent der Stimmen. Haddad ist der Ersatzkandidat der Arbeiterpartei für den inhaftierten Ex-Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva.

Insgesamt 147 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, einen Nachfolger für den konservativen Staatschef Michel Temer zu wählen.

Die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas steckt in einer tiefen Krise, denn die Wirtschaft läuft nur schleppend und die Kriminalität nimmt dramatisch zu. Allein im vergangenen Jahr wurden 60 000 Menschen getötet. In den Favelas liefern sich Drogenbanden und die Polizei regelmäßig stundenlange Schießereien.


Brasiliens Staatsverschuldung in Relation zum
Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Prozent:

2010 63,08 %
2011 61,21 %
2012 62,19 %
2013 60,21 %
2014 62,32 %
2015 72,59 %
2016 78,44 %
2017 83,98 %
2018 87,33 %

2. Oktober 2018
In Brasilien finden am 7. Oktober Präsidentschaftswahlen statt. Sollte keiner der Kandidaten in der ersten Wahlrunde die absolute Mehrheit erreichen, ist für den 28. Oktober eine Stichwahl angesetzt.

Da Brasiliens inhaftiertem Ex-Präsidenten Lula eine erneute Kandidatur für seine Partei verwehrt bleibt, tritt nun Fernando Haddad für die Arbeiterpartei an. Ex-Präsidenten Inácio Lula da Silva muss eine zwölfjährige Haftstrafe wegen Korruption im Gefängnis absitzen.
Lula selbst hatte seine Haftstrafe schon mehrfach als politisch motiviert kritisiert. Haddads Zustimmungswerte sind einer Umfrage vom 10. September zufolge von vier auf neun Prozent gestiegen.

Beliebtester Kandidat ist derzeit aber der rechtsextreme Jair Bolsonaro, der vor einer Woche bei einem Messerangriff schwer verletzt worden war. Dieser kommt derzeit auf 24 Prozent.
Schon mehrfach machte er mit verbalen Entgleisungen von sich reden. Seine Politik richtet sich gegen Schwarze und Homosexuelle. Auch die brasilianische Militärdiktatur von 1964 bis 1985 sieht er in einem positiven Licht.

An zweiter Stelle der Beliebtheitsskala bei den Wählern steht mit 14 Prozent der Kandidat der Linkspartei, Ciro Gomez.


2. Juni 2018

Nach knapp zwei Wochen geht der Streik der Lkw-Fahrer in Brasilien zu Ende. De-facto-Präsident Michel Temer hat Kürzungen bei Sozialprogrammen angekündigt. So möchte er die Einnahmeausfälle durch die Senkung der Dieselpreise über eine Kürzung von Sozialprogrammen kompensieren. Insgesamt will Michel Temer über drei Milliarden Euro bei Bildungsprogrammen, der Prävention von Drogenmissbrauch und weiteren Gesundheitsprogrammen einsparen.

Ziel der zweiwöchigen Streiks war nicht nur eine Reduzierung des Dieselpreises und Steuererleichterungen für den Transportsektor, sondern auch der Sturz Temers ebenso wie eine radikale Kurskorrektur des halbstaatlichen Ölkonzerns Petrobras. Umfragen zufolge befürworteten 87 % der Brasilianer den Streik, der erst über soziale Netzwerke derartige Dimensionen annehmen konnte.


Mai 2018
In Brasilien blockieren tausende Lkw-Fahrer aus Protest gegen die hohen Benzin- und Diesel - Preise die Straßen. Wegen der andauernden Blockaden können viele Tankstellen, Flughäfen und Geschäfte nicht mehr beliefert werden.

Allein im Mai war der Benzinpreis um etwa zwölf Prozent und der Dieselpreis um 9,3 Prozent gestiegen. Grund für den jüngsten Preisanstieg bei Kraftstoffen sind der steigende Ölpreis auf dem Weltmarkt und die deutliche Abwertung der Landeswährung Real.

Mittlerweile ist die Regierung den Lkw-Fahrern etwas entgegenge-
kommen und hat versprochen, den Preis für Diesel zunächst einzufrieren. Zudem hat die Regierung staatliche Subventionierungen zugesagt, um das Vertrauen in die Regierung zu stärken. Die Streiks gehen aber dennoch weiter. Gewerkschaften und Branchenvertreter fordern eine gesetzlich verbriefte Senkung der Steuern auf Kraftstoffe.

In Rio de Janeiro ist an über 90 Prozent der Tankstellen kein Kraftstoff mehr zu bekommen. Über zehn Flughäfen, darunter auch der Airport der Hauptstadt Brasilia, haben kein Kerosin mehr zum Auftanken der Flugzeuge. Obst, Gemüse und andere schnell verderbliche Produkte sind seit Tagen nicht mehr in den Geschäftsregalen zu finden.

Um den landesweiten Notstand und die Versorgungsengpässe in Brasilien zu beenden, hat sich die Regierung dazu entschlossen, nun das Militär einzusetzen, um die Versorgung der Bevölkerung sicher zu stellen. Die Regierung wirft den Transportunternehmern vor, den Streik zur Durchsetzung eigener Interessen zu nutzen.


"Es ist für uns alle eine Tragödie" (28.01.2013)
Bei einem schweren Brand in einer Großdiscothek sind offenbar 233 meist jüngere Frauen und Männer ums Leben gekommen. Verantwortlich ist die Band Gurizada Fandangueira, deren Musiker offensichtlich Feuerwerkskörper zündeten und sogar Fackeln in die Höhe hielten. Die Flammen und giftigen Gase breiteten sich rasend schnell aus. ES gab keine Chance auf eine geregelte Evakuierung.

Ein Land im Ölrausch (04.12.2010)

Polizei rückt mit Panzern in Rios Armenviertel vor (26.11.2010)

Kurzinhalt für Schüler zusammengefasst:
Brasilien hat im Kampf gegen Drogenbanden in den Slums von Rio de Janeiro erstmals Panzer eingesetzt. Sechs Panzer mit schweren Maschinengewehren drangen in das Armenviertel Vila Cruzeiro vor, das als eine der Hochburgen der kriminellen Banden gilt.
Die Razzien sind Teil der Bemühungen der Regierung, die Gewalt in der Stadt in den Griff zu bekommen. In Rio de Janeiro werden 2014 die Fußball-WM und zwei Jahre später die Olympischen Spiele (2016) stattfinden.

Brasilien entscheidet sich erstmals für eine Präsidentin (01.11.2010)

Stichwahl nach Dämpfer für Lulas Favoritin (04.10.2010)

Kurzinhalt für Schüler zusammen gefasst:
Die Präsidentschaftskandidatin und Favoritin Rousseff des noch amtierenden Präsidenten Lula da Silva hat überraschend die absolute Mehrheit verpasst und muss nun in die Stichwahl gegen Herausforderer Serra von den Sozialdemokraten. Grund für diese Überraschung war das gute Abschneiden der Grünen Politikerin Marina da Silva, die 20%
der Stimmen erhielt. Als ehemalige Umweltministerin war sie aus Protest gegen die Politik von Präsident Lula zurückgetreten. Die Wahlberechtigen stimmen des weiteren über alle Gouverneure der 26 Bundesstaaten und über sämtliche Abgeordneten des Bundes- und
der Länderparlamente ab.

Favoritin Rousseff muss sich Stichwahl stellen (04.10.2010)

Kurzinhalt für Schüler zusammen gefasst:
Präsidentschaftskandidatin Rousseff erhielt nur 46,28% der Stimmen und verpasste überraschend die absolute Mehrheit im ersten Wahlgang. Herausforderer São Paulos Ex-Gouverneur José Serra von den Sozialdemokraten kam auf 32,88 Prozent
der Stimmen. Entscheidend war aber wohl der erhebliche Stimmengewinn der grünen Ex-Umweltministerin Marina Silva, die 19,67 Prozent der Stimmen bekam. Rousseff und Serra müssen nun am 31. Oktober zur Stichwahl antreten. Rousseff, die Wunschnachfolgerin von Lula de Silva möchte die Zeit bis zur Stichwahl nutzen, um noch einmal ihre Vorschläge und Pläne für die Zukunft den Wählern zu vermitteln.


Kandidatin Rousseff hofft auf Lula-Bonus (03.10.2010)

In Brasilien hat die Präsidentschaftswahl begonnen. 135 Millionen Menschen sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben und einen Nachfolger für den charismatischen Präsident Lula da Silva zu wählen. Der bisherige Präsident tritt nach achtjähriger Amtszeit Ende des Jahres als Staatspräsident ab. Lula da Silva selbst unterstützt den Wahlkampf der Ex-Kabinettschefin Rousseff. Er genießt in Brasilien hohes Ansehen, da er sich aus ärmsten Verhältnissen hochgearbeitet hat und sich besonders für die Anliegen ärmerer Menschen im Land eingesetzt hat. Insbesondere im Bundesland Pernambuco, dem einstigen Armenhaus im Nordosten Brasiliens, für das er sich während seiner Amtszeit sehr engagiert hat, steht die Bevölkerung zu über 90% zu ihm. Dank seiner Unterstützung wächst der Nordosten inzwischen sogar schneller als Brasilien insgesamt. Insofern ist zu erwarten, dass seine Empfehlung für Rousseff große Wirkung bei der Wahlentscheidung hat.



Venezuela/Kolumbien

In Venezuela protestieren seit Wochen immer wieder Tausende lautstark gegen die amtierende Regierung auf den Straßen. Leider kommen dabei nicht selten Demonstranten ums Leben. Die Menschen fordern Neuwahlen, die Freilassung von politischen Gefangenen - etwa aus der Opposition sowie eine bessere Versorgung mit Lebensmitteln und Medizin.

16. Mai 2017
Offensichtlich ist bei erneuten Protesten nun in der Region Táchira ein 17-Jähriger Junge erschossen worden. Auch in der Hauptstadt Caracas und anderen Städten gab es erneut Ausschreitungen und zahlreiche Verletzte. Schon seit Wochen gehen immer wieder Tausende gegen den sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro auf die Straße.

Oppositionsparteien hatten landesweit zu Sitzblockaden auf wichtigen Verkehrsadern aufgerufen. Die Demonstranten forderten den Rücktritt von Präsident Nicolás Maduro und die Freilassung inhaftierter Oppositionspolitiker. Auslöser der erneuten Unruhen war Ende März die vorübergehende Entmachtung des von der bürgerlichen Opposition dominierten Parlaments durch den obersten Gerichtshof.

Konflikt zwischen Kolumbien und Venezuela - Droht ein neuer Krieg in Lateinamerika?

Anfang November hat Venezuelas Präsident Hugo Chavez sein Land auf einen möglichen Krieg mit Kolumbien eingestimmt – die nächste Eskalationsstufe in einem schon längere Zeit schwelenden Konflikt.

Dieses Arbeitsblatt zeichnet die Grundzüge des Konfliktes nach, analysiert dabei die Rolle der USA und versucht eine Perspektive und bietet einen Zusammenschnitt aktueller Stimmen und Meinungen.

Die überblicksartige Darstellung soll die SchülerInnen über ein aktuelles Thema der Weltpolitik informieren und zu einer weiterführenden Beschäftigung mit den vielfältigen Problemen internationaler Politik motivieren.
Inhalt:

  • Die aktuelle Lage im Konflikt zwischen Kolumbien und Venezuela
  • Die Rolle der USA in Lateinamerika
  • Kolumbien – kurzes Länderporträt
  • Venezuela – kurzes Länderporträt
  • Zur Diskussion: Aktuelle Stimmen zum Konflikt
  • Dazu Aufgaben, die der Auswertung der Materialien dienen (mit Lösungen)

Unterrichtsmaterial. Der Konflikt zwischen Kolumbien und Venezuela


Der Konflikt
zwischen Kolumbien
und Venezuela




Comandante verliert Kampf gegen den Krebs (06.03.2013)
Präsident Chávez, der mehr als ein Jahrzehnt an der Spitze des Landes stand und seine eigenen Politikform, den Chavismus begründete, starb um 16:25 Ortszeit an den Folgen des Krebses in der Hauptstadt Caracas.
1992 hatte Chavez versucht die damalige Regierung zu stürzen. Doch sein Putschversuch misslang und er wurde inhaftiert. Er verstand es jedoch die Sympathie der Massen für sich zu gewinnen und 6 Jahre später wurde er ganz offiziell zum Präsidenten gewählt.

In seiner Regierungszeit enteignete er Banken und verstaatlichte Ölkonzerne. Vielen Armen in seinem Land galt er als charismatischer Wohltäter, andere insbesondere in USA verachteten ihn als sozialistischen Staatschef. Sein Sozialismus hing jedoch am Tropf der verstaatlichten Ölindustrie. Mit den Petrodollars finanzierte er zahlreiche Sozialprojekte und setzte sich für die Armen im Land ein. Als die Einnahmen aus dem Ölgeschäft jedoch zeitweilig sanken, stagnierte die Wirtschaft. Gleichzeitig kam es zu enormer Preissteigerung und zunehmender Korruption im Land. 2002 versuchten Teile des Militärs und der wirtschaftlichen Oberschicht gegen ihn zu putschen. Nur mühsam konnte er sich dank einer Verfassungsänderung, die ihm mehr Vollmachten zusprach an der Macht halten.

Der wachsenden Unzufriedenheit versuchte er zunehmend autoritär entgegen zu wirken. So entzog er oppositionellen Radio- und Fernsehsendern zuletzt die Lizenzen. Im Juni 2011 stellte sich heraus, dass Chavez an Krebs erkrankt ist, doch spielte er anfangs die Erkrankung runter. Lange Zeit unterzog er sich verschiedenen Chemotherapien, doch letzten Endes verlor er den Kampf gegen den Krebs. Noch im Oktober 2012 hatte er klar mit gut zehn Prozentpunkten Vorsprung die Präsidentenwahlen gewonnen gehabt.

Trotz zahlreicher Bemühungen war es ihm nicht gelungen, die Korruption und Misswirtschaft im Land nachhaltig zu beenden und sein Land aus der Krise zu führen.


FARC will bewaffneten Kampf fortsetzen (06.11.2011)

Kolumbianischer FARC-Chef Cano getötet (05.11.2011)

Die fetten Jahre des Petro-Sozialismus sind vorbei (12.10.2010)
In den subentionierten Läden Mexikos gibt es zwar weiterin Grundnahrungsmittel wie Mehl, Zucker, Milchpulver und Reis zu kaufen, doch die Kühltruhen bleiben allesamt leer, da die meisten Nahrungsmittel gegen Divisen importiert werden müssen. Die Regierung von Präsident Chavez finanziert die sogenannten PDVAL-Läden vor allem mit den Einnahmen
aus dem Ölgeschäft. Diese Einnahmen sind jedoch seit der Wirtschaft- und Finanzkrise um ca. um 1/5 rückläufig.
Die Wirtschaft in Venezuela stagniert und die Preise steigen rasant. 2009 lag die Inflationsrate bei fast 30 Prozent. Die Regierung in Venezuela versucht die Inflation ebenso wie den Finanzmarkt mit Preis- und Devisenkontrollen in den Griff zu bekommen, doch als Folge blüht der Schwarzmarkt. Viele versuchen ihr Eigentum vor der rasanten Inflation zu retten und in US-$ anzulegen. Durch die Enteignungen der letzten Jahre hat die Privatwirtschaft ihren Anreiz zu investieren verloren. Viele verkaufen, bevor sie zwangsenteignet werden. Nun wirbt die Regierung Chávez wieder verstärkt um ausländische Investoren, die dem Sozialismus aus der Krise helfen sollen.

Regierung korrigiert Opferzahlen nach unten (29.09.2010)

Hunderte Tote nach Erdrutsch befürchtet (28.09.2010)

Kurzinhalt des Artikels für Schüler zusammengefasst:
Infolge tagelanger Regenfälle und schwerer Überschwemmungen kam es im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca zu einem folgenschweren Erdrutsch, der 300 Häuser in der Ortschaft Santa Maria Tlahuitoltepec unter sich begraben hat. Wegen der hohen Zahl der vermissten Personen wird mit dem Schlimmsten gerechnet.


Chávez' Partei verpasst ihr selbst gestecktes Ziel (27.09.2010)
Laut der Wahlbehörde Venezuelas kamen die Sozialisten PSUV und ihre Verbündete auf mindestens 90 der 165 Sitze in der Nationalversammlung. Damit haben die Chávez-treuen Sozialisten die angestrebte 2/3 Mehrheit in der Nationalversammlung wohl nicht erreicht. Das Oppositionsbündnis, das die Wahl im Jahr 2005 wegen befürchteter Manipulationen boykottiert hatte, erhielt mindestens 59 Sitze. Für einige Wahlbezirke steht das Ergebnis noch nicht fest. Beide Seiten zeigten sich zufrieden mit dem Ergebnis. Während die Oppositionsparteien von einem großen Achtungserfolg sprachen, zeigte sich auch die sozialistische Chàvez-Partei trotz der verfehlten 2/3- Mehrheit im Parlament zufrieden und sprach von einem soliden Ergebnis.


Chávez spricht seit elf Jahren von der Revolution" (26.09.2010)
Bei der Parlamentswahl in Venezuela könnte die große derzeigte Mehrheit der Chàvez-Partei kippen, denn die Unzufriedenheit im Land ist groß. Venezuela lebt größtenteils von seinen Öleinnahmen, die allerdings im Zuge der Wirtschaftskrise stark rückläufig sind.
Insofern hat Venezuela zunehmend Schwierigkeiten sein sozialistisches Gesellschaftsmodell zu finanzieren. Die Regale in subventionierten Läden für Arme bleiben oft leer. Probleme des Landes sind insbesondere die hohe Kriminalität, die starke Inflation und der Rückgang der Wirtschaft. Chàvez, der sich selbst erst 2012 der Wiederwahl stellen muss, ist nicht zuletzt auch wegen seines Charismas noch immer sehr beliebt in der Bevölkerung.

Chávez kämpft, seine Gegner hoffen (25.09.2010)

In Venezuela steht eine Parlamentswahl an und der charismatische Hugo Chávez der sozialistischen Partei gibt sich auch nach 11 Jahren an der Regierung sehr kämpferisch. Doch in Venezuela gibt es viele Probleme, die seiner Partei Stimmen kosten könnten. So leidet Venezuela unter einer hohe Arbeitslosigkeit und einer extremen Inflation. Zudem ist die Kriminalitätsrate groß. Aus Angst vor möglichem Wahlbetrug waren die Oppositionsparteien bei der letzten Parlamentswahl erst gar nicht angetreten, was sich im Nachhinein als großer Fehler erwiesen hat, denn so
Venezuela - Krisen und Konflikte
ermöglichten sie Chavez den Umbau des Staates in Richtung Sozialismus voranzutreiben. Nun aber tritt Venezuelas Opposition wieder an und will eine Zwei-Dirttel-Mehrheit für die Chàvez-Partei verhindern.

Dennoch bleibt fraglich, ob es der Opposition gelingen wird, da Chàvez noch immer eine enorme Popularität im Land genießt. Internationale Beobachter sind im Land wohl nicht zugelassen. Daher möchte die Opposition selbst ein Augenmerk auf den korrekten Ablauf in den Wahllokalen werfen.

Kolumbien und Venezuela beenden Konflikt (11.08.2010)

Santos und Chavez versuchen Neustart (08.08.2010)

Chávez bricht Beziehungen zu Kolumbien ab (23.07.2010)

Neue Eskalation im alten Nachbarschaftsstreit (22.7.2010)

Santos gewinnt Präsidentenwahl in Kolumbien (21.06.2010)

Venezuelas Präsident Chávez spricht von Krieg (09.11.2009)

Nationalgarde übernimmt die Zementfabriken (19.08.2008)
Mexikos Präsident Hugo Chavez hatte bereits im April 2008 die Verstaatlichung der Zementindustrie in Venezuela angekündigt und hat nun Filialen des Unternehmens
Cemex zwangsenteignet, weil die Frist zur Einigung über einen Entschädigungspreis abgelaufen ist.

Mit den Vertretern lokaler Tochtergesellschaften der Konzerne Holcim aus der Schweiz und Lafarge aus Frankreich handelt die Regierung in Caracas nun einen Kaufpreis aus. Cemex fordert laut dem mexikanischen Energieminister eine Entschädigung von insgesamt 1,3 Milliarden Dollar (rund 800 Millionen Euro). Als Grund für die Verstaatlichung nannte der Präsident Zementengpässe im eigenen Land und die auf Export ausgerichtete neoliberale Firmenpolitik der Unternehmen. Chavez erklärtes Ziel ist es, Häuser für die Armen zu bauen.
Die Überführung von Ölprojekten, Telekommunikationsunternehmen, Stahlfabriken, Banken und jetzt auch der Zementfabriken ist Teil seiner sozialistischen Revolution.

Ölkonzerne beugen sich Chavez (24.08.2007)
Die US-Unternehmen Exxon Mobil und Chevron sowie die britische BP haben in die milliardenschwere Verstaatlichung ihrer Schwerölprojekte in der Orinoco-Region eingewilligt.
Auch der französische Ölkonzern Total und Norwegens Statoil sind wohl einverstanden.
Chavez möchte mit der Verstaatlichung der Ölindustrie die Einnahmen aus dem Ölgeschäft gerechter verteilen. Internationale Kritiker werfen Chavez dagegen vor, ausländische Kapitalgeber so zu vertreiben. Die Bedingungen für die Übergabe sollen bis
26. Juni mit den Alt-Eigentümern ausgehandelt werden.

Kuba

22.07.2018
Die Abgeordneten des sozialistischen Inselstaats Kuba haben einstimmig für eine neue Verfassung gestimmt, welche das Land weiter der Marktwirtschaft öffnen und die Rechte der Bürger stärken soll. Zuvor hatte bereits die Kommunistische Partei ihre Zustimmung gegeben. Staatschef Miguel Díaz-Canel lobte den jetzigen Entwurf der Verfassung.

Ab dem 13. August, dem Geburtstag des verstorbenen Revolutions-führers Fidel Castro bis zum 15. November soll sich die kubanische Bevölkerung "aktiv und bewusst" an der Ausarbeitung der neuen Verfassung beteiligen dürfen. Am Ende des Entstehungsprozesses
der neuen Verfassung soll das Volk über den endgültigen Verfassungsentwurf in einem Referendum entscheiden.

Jeder Kubaner soll frei seine Meinungen äußern können "und dazu beitragen, einen Verfassungstext zu erhalten, der das Heute und die Zukunft des Vaterlandes widerspiegelt."

Gemäß des jetzigen Verfassungsentwurfes, der bereits von der kommunistischen Partei abgesegnet wurde, soll Privatbesitz
legalisiert und unter anderem der Weg für die gleichgeschlechtliche Ehe frei gemacht werden. Zudem soll die Macht künftig zwischen Staatspräsident und Regierungschef aufgeteilt werden. Das bisherige Ziel in der derzeitigen Verfassung aus dem Jahr 1976, nämlich die Schaffung einer "kommunistischen Gesellschaft" ist aus dem jetzigen Verfassungsentwurf gestrichen worden.


Castro will Amtszeiten von Politikern begrenzen (17.04.2011)

Ein bisschen mehr Marktwirtschaft für Kuba (17.10.2010)

Kurzinhalt für Schüler zusammengefasst:
Auf der Insel Kuba sollen in den kommenden Monaten 500.000 Menschen aus dem Staatsdienst entlassen werden. Dies entspricht jedem 10. Beschäftigten.
Für das harte Eingreifen des Präsidenten Castro ist die derzeitige Wirtschaftskrise verantwortlich. Das Land leidet unter Devisenmangel, Ernterückgängen und Versorgungsengpässen. Schuld an der katastrophalen wirtschaftlichen Lage sind aber auch Schäden durch verheerende Hurrikans, das US-Embargo ebenso wie die hausgemachte Ineffizienz in vielen Betrieben und staatlichen Einrichtungen.

Diese Ineffiziens kritisiert Präsident Castro auch ganz unverblümt und in aller Direktheit :
"Es kann niemandem entgehen, dass diese Maßnahmen ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Arbeitsdisziplin sind. Wir müssen ein für alle Mal diese Vorstellung aufgeben, dass Kuba das einzige Land ist, in dem man leben kann ohne zu arbeiten"
Quelle: Tagesschau.de


Selbstständig statt arbeitslos (24.9.2010)

Kuba konkretisiert Wirtschaftspläne

Im krisengeschüttelten Kuba dürfen Kubaner sich nun in 178 Berufen selbständig machen. In 83 der 178 Bereiche dürften die künftigen Unternehmer Angestellte beschäftigen. Zu diesen Berufen gehören insbesondere Handwerker, Zimmermänner, Elektriker, Masseure, Mechaniker, Friseure, Programmierer, Hauspersonal, Fahrlehrer, Blumenverkäufer und Schuhputzer.

Kuba in Mittelamerika- Krisen und Konflikte
Gemäß dem in der Parteizeitung "Granma" veröffentlichten Bericht müssen Freiberufler und deren Angestellte Steuern zahlen und Beiträge zur Sozialversicherung leisten. Zudem wird es Kubanern gestattet ihre Wohnungen zu vermieten , wenn sie sie sich auf einer Reise im Ausland befinden.

Maximo Lider fühlt sich falsch verstanden (11.09.2010)
Kubas Revolutionsführer Fidel Castro stellt klar, dass man ihn bei seinem Interview mit dem US-Magazin "The Atlantic" falsch gedeutet habe. Er werde wohl auch weiterhin
ein Kritiker des kapitalistischen Systems bleiben.


"Das kubanische Modell funktioniert bei uns nicht mehr" (09.09.2010)
In dem Artikel der Tagesschau geht es um einen vermeintlichen Politikwechsel in Kuba, wo derzeit 90 Prozent der Wirtschaft noch vom Staat kontrolliert wird. Der Bruder und Nachfolger von Fidel Castro, Präsident Raul Castro, möchte Selbst-ständigen die Anmeldung eines Unternehmen und die Einstellung von Arbeitskräften erleichten. - eine Maßnahme, die von der Weltöffentlichkeit als Schritt in Richtung Marktwirtschaft gedeutet wird.
Derzeit zahlt der Staat einen Lohn von etwa 20 Dollar pro Monat.
Gesundheitsfürsorge und Bildung sind in Kuba kostenlos.

Raúl Castro ist neuer Präsident Kubas (24.02.2008)

Mexiko

Mexikanische Polizei fasst berüchtigten Drogenbaron (31.8.2010)


Kurzinhalt des Artikels für Schüler zusammengefasst:

Mexiko in Mittelamerika- Krisen und Konflikte
Edgar Valdez, der als einer der führenden Köpfe des Drogenkartells Beltran Leyva gilt, wurde in einem Haus nahe Mexiko-Stadt von der mexikanischen Polizei festgenommen.
Er gilt als Auftragskiller verschiedener Drogenkartelle, die an der mexikanischen Pazifikküste aktiv sind.

Größtes Problem für die Fahnder ist, dass der Einfluss der Drogenkartelle bis in Politik
und Sicherheitskräfte reicht. Nach einem jüngsten Bericht ist möglicherweise jeder Zehnte der Bundespolizei bestochen und damit nicht vertrauenswürdig.


Wie die US-Waffenbranche vom Drogenkrieg profitiert (28.08.2010)

Der Krieg der mexikanischen Drogenbanden wird mit modernsten Waffen aus US-amerikanischer Produktion geführt. 28.000 Menschen starben allein in den letzten dreieinhalb Jahren im Kugelhagel rivalisierender mexikanischer Banden- darunter auch viele US-Bürger - aber dennoch versorgen die Waffenläden an der amerikanisch-mexikanischen Grenze die Mörderbanden weiterhin buchstäblich mit allem, was sie zum töten brauchen. Schließlich hat ja die im Kongress einflussreiche Waffenlobby ein großes Interesse an der Vermarktung ihres Kriegsgerätes.

Zwar wurde der mexikanischen Regierung seit Langem die volle Unterstüzung im Kampf gegen die Drogenmafia versprochenen, doch Mexiko wartet bis zum jetzigen Tag vergeblich auf die zugesagten Helikopter, Überwachungsflugzeuge und Drohnen.


Autobomben, Leichenfunde und verschleppte Ermittler (28.08.2010)

Mord an 72 Einwanderern erschüttert Mexiko (26.08.2010)


"Amerikanischer Drogenhunger befeuert den Krieg" (12.08.2010)
Gemäß dem Bericht in der Tagesschau werden von den mexikanischen Kartellen Drogen, darunter Heroin, Kokain und Amphetamine im Gesamtwert von geschätzten mehreren Milliarden Dollar in die USA geschmuggelt.

Zwar gesteht die amerikanische Regierung eine Mitschuld an der Lage in Mexiko ein, doch dank des Einflusses der Waffenlobby ist eine Verschärfung der Waffengesetze nicht in Sicht. Stattdessen sollen lediglich weitere Truppen der Nationalgarde an der Grenze zu Mexiko stationiert werden, um die Grenzen weniger durchlässig für Waffenlieferungen aus den USA zu machen. Obwohl 1,6 Milliarden Dollar für den Kampf gegen die Drogen vom US-amerikanischen Kongress bewilligt worden sind, ist nur ein winzig kleiner Teil tatsächlich nach Mexiko geflossen.


Calderón mobilisiert zum Kampf gegen das Verbrechen (30.06.2010)

Obama postiert Nationalgarde an Grenze zu Mexiko (26.05.2010)

Massenproteste gegen scharfes Einwanderungsgesetz (02.05.2010)

Gemeinsam gegen die Drogenkartelle (17.04.2009)

Argentinien:

Zwei Tote bei Plünderungen in Argentinien (22.12.2012)
Bei landesweiten Ausschreitungen sind am Freitag in den Städten Rosario und Villa Gobernador Gálvez zwei Menschen ums Leben gekommen. Dort hatte eine Menschenmenge 20 Supermärkte gestürmt und puren Vandalismus betrieben. Offenbar gab es Hunderte Festnahmen. Bei Zusammenstößen in San Fernando sind rund 380 Menschen festgenommen worden.

Argentinien - Krisen und Konflikte

EIn der Stadt San Fernando in der Provinz Buenos Aires ging die Polizei mit Gummigeschossen gegen eine Menschenmenge vor.

Ein Polizist wurde von einer
Brechstange am Kopf getroffen und schwer verletzt.

Präsidentin steht vor der Wiederwahl (23.10.2011)

Staatsbankrott: Das Beispiel Argentinien (29.04.2010)

Kurzinhalt des Artikels für Schüler zusammengefasst:

Vor nicht einmal 10 Jahren, nämlich Ende des Jahres 2001, war Argentinien in einer ähnlichen Situation wie heute Griechenland ist. Dort war der Staatsbankrott auf eine verfehlte Finanz- und Wirtschaftspolitik unter der Führung
des damaligen Präsidenten Carlos Menem zurückzuführen. Denn 1991 beschloss dieser mit einer 1:1-Bindung der einheimischen Währung an den US-Dollar der Hyperinflation
in seinem Land ein Ende zu setzen. Viel zu lange wurde diese Koppelung an den US-Dollar jedoch auf Kosten der einheimischen Wirtschaft aufrecht erhalten!

Tatsächlich führte diese finanzpolitische Maßnahme zwar zunächst zu wirtschaftlicher Stabilität und Aufschwung, doch die daraus resultierende Überbewertung des Peso, der argentinischen Währung seit Anfang 1992, führte dazu, dass

a) argentinische Waren auf dem Weltmarkt immer teurer wurden und
b) sich gleichzeitig Importware verbilligte.

Argentinien- Finanzkrise

Dies hatte gleich zwei katastrophale Folgen:
Zum einen gingen zahlreiche Fabriken und Unternehmen im Land pleite
Zum anderen setzte eine Kapitalflucht ein, so dass das Land immer mehr Kredite aufnehmen musste, um alte Verbindlichkeiten zurückzahlen zu können.

Einige Jahre später (1999) fiel im Nachbarland Brasilien die Entscheidung die eigene Währung, den REAL, abzuwerten, wodurch Brasilien für Investoren wesentlich attraktiver als das Nachbarland Argentien wurde.

Wirtschaft Brasilien

Die Folgen:

-> Brasilianische Waren verbilligten sich (Wettbewerbsvorteil für Brasilien)
-> Investoren zogen sich zunehmend aus Argentinien zurück,
-> die Zahl der Exporte sank
-> das argentinische Handelsdefizit stieg.

Längst hätte hier schon die Regierung in Argentinien handeln müssen.
So kam es, was kommen musste, nämlich dass Argentinien zahlungsunfähig wurde und auf den IWF angwiesen war.

Doch der Internationale Wahrungsfonds IWF knüpfte Kredite für das Land an harte Auflagen. So forderte der IWF Argentinien auf, sein Haushaltsdefizit innerhalb eines Jahres um 2,5 Milliarden Dollar zu senken. Zudem verlangte der IWF als Gegenleistung für gewährte Kredite die Liberalisierung des Gesundheitswesens, weitere Privatisierungen sowie die Verringerung der Einfuhren.
Aufgrund der gewährten Kredite kam es zwar für kurze Zeit zu einer wirtschaftlichen Entspannung, doch bereits 2001, nach dem weltweiten wirtschaftlichen Einbruch infolge der Anschläge vom 11. September, brach Argentiniens Wirtschaft erneut zusammen.
Da Argentinien die auferlegten Kriterien nicht erfüllen konnte, zog der IWF die gewährten Kredite zurück und überließ das Land weitestgehend sich selbst.

Die Folge war ein großer Vertrauensverlust unter der Bevölkerung, der am 30. November 2001 in einem für das Land einzigartigen Ansturm auf die Banken gipfelte. Der Regierung blieb nichts anderes übrig als Konten und Bankguthaben zunächst einzufrieren, was die Vertrauenskrise in der Wirtschaft nur noch verstärkte.
Mitte Dezember kam es dann schließlich zu schweren Unruhen im Land, zu Plünderungen von GEschäften und gewalttätigen Ausschreitungen bei denen 28 Menschen starben.

Im September 2003 hatte Argentinien Auslandschulden in Höhe von 172 Milliarden US-Dollar angehäuft.

Argentinien machte seinen überwiegend privaten Gläubigern klar, dass sie im Schnitt auf 50 Prozent des Werts ihrer Einlagen verzichten müssten- in Wirklichkeit bezifferte sich ihr Verlust in vielen Fällen noch höher. Dank dieser Umschuldung der Staatsverbindlichkeiten in langfristigere Staatsanleihen sanken die Staatsverbindlichkeiten Argentiniens im März 2005 auf nur noch 72 Milliarden Dollar. Zu dieser positiven Entwicklung hatte auch der ab der zweiten Jahreshälfte 2002 einsetzende weltweite wirtschaftliche Aufschwung beigetragen, welcher sich in den Folgejahren fortsetzte.

Guatemala

6. Juni 2018
Nach dem gewaltigen Vulkanausbruch des Volcán de Fuego in Guatemala sind bisher 70 Menschen ums Leben gekommen. Viele verbrannten oder erstickten an den giftigen Gasen. Am schlimmsten sind zwei der ärmsten und abgelegensten Döfer betroffen. Ganze Familien wurden durch den herabfließenden Lavastrom ausgelöscht.
Der Lavastrom, der für gewöhnlich auch Asche, Gas und Gestein mit sich in die Tiefe reißt, kann bis zu 400°C heiß werden. 33 Patienten mit Verbrennungen 3. Grades wurden in nahegelegene Krankenhäuser in der Region untergebracht. Einige von ihnen sollen in Spezialkliniken in den USA verlegt werden.

Fast 200 Menschen werden noch vermisst. Rettungskräfte suchen auch zwei Tage nach dem Ausbruch noch immer nach Verschütteten.


Bolivien

1. Oktober 2018
Bolivien hat den jahrzehntelangen Grenzstreit um den Pazifikzugang vor dem höchsten Gericht der Vereinten Nationen verloren.

Der Internationale Gerichtshof in Den Haag hat enschieden, dass Bolivien rechtlich nicht verpflichtet ist, mit dem Nachbarland Chile über einen souveränen Zugang zum Pazifik zu verhandeln. Urteile des Gerichts sind rechtlich bindend. Eine Berufung ist nicht möglich.

Das Gericht stellte aber klar, dass die beiden zerstrittenen Länder auch trotz des jetzigen Urteils ihren Dialog im Geiste guter Nachbarschaft fortsetzen können.

Bolivien hatte im Krieg von 1879 bis 1883 seinen einzigen Küstenabschnitt an Chile verloren. Weil Bolivien sich aber von einem eigenen Zugang zum Pazifik Impulse für den Handel verspricht, hatte man von Chile Verhandlungen über einen eigenen Pazifikzugang verlangt. Dieser Forderung hat das höchste Gericht der Vereinten Nationen nun einen Riegel vorgeschoben.


Chile

1. Oktober 2018
Chile hat vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag den über ein Jahrhundert dauernden Rechtsstreit mit Bolivien gewonnen. Konkret wollte Bolivien sein Nachbarland Chile zu Gesprächen über einen Zugang zum Pazifik zwingen.

Das höchste Gericht der Vereinten Nationen entschied nun, dass der Grenzverlauf mit Bolivien in einem Vertrag von 1904 geregelt worden sei und dass es keinerlei Verpflichtung Chiles zu erneuten Verhand-lungen bestünde.


Merkel umwirbt Chile als wichtigen Partner(26.01.2013)
Chile ist reich an Bodenschätzen und seine Wirtschaft wächst. Gerade im Bereich Bergbau möchte man enger kooperieren. Dutschland will das rohstoffreiche Land am Pazifik bei der Erkundung, der Erschließung und der Gewinnung mineralischer Rohstoffe mit technischem Know-How unterstützen ebenso beim Ausbau der Energiegewinnung durch beispielsweise erneuerbare Energien. Inzwischen ist China der wichtigste Handelspartner Chiles geworden und für Kanzlerin Merkel gilt es verlorenes Terrain zurück zu gewinnen. Daher nun auch die neue Rohstoffpartnerschaft.

Streikende Chilenen machen Grenzen dicht (18.01.2011)
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