Lernbares - einfach mal loslassen?!


Alle Jahre wieder: Das Abitur steht an, junge Menschen in ganz Deutschland sind gestresst. Von morgens bis abends wird gebüffelt, denn die Prüfungen sind anspruchsvoll, die Erwartungen hoch. Kinder und Jugendliche stehen aber nicht erst knapp vor dem Abitur unter Stress - Forschern zufolge ist der Leistungsdruck seit den 1970ern stetig gestiegen. Und das fängt schon in der Grundschule an.

Die erste Fremdsprache schon im Kindergarten, spielerisch nebenher Geige und Klavier lernen, nachmittags zum Sport - Kinder sind früh ausgebucht und treffen Verabredungen schon im Grundschulalter nur über die Mama und mit Terminkalender in der Hand. Die Eltern meinen es natürlich nur gut mit dem Nachwuchs: Die Freizeit soll sinnvoll gestaltet werden, man will dem Kind möglichst viel Abwechslung bieten und die Stärken fördern und aufbauen. Zu kurz kommt dabei das freie Spiel. Einfach nur mal rumgammeln und träumen, die Freizeit selbstbestimmt und aus spontanen Launen heraus gestalten: Das können viele Kinder und Jugendliche gar nicht mehr. Sie haben es mit ihrem von Anfang an durchorganisierten Alltag nie gelernt.


Lernen ist Stress - durchorganisierte Freizeit aber auch

Mehr als 50 % jedes Jahrgangs machen inzwischen Abitur. Das wird zunehmend als Problem angesehen, und zwar nicht nur, weil die steigenden Studierendenzahlen die Hochschulen überlasten. Das deutsche Schulsystem war nie dazu gedacht, das Gymnasium als die "normale" Schulform zu etablieren. Eigentlich sollte es hier eher um die Förderung der besonders Lernwilligen und extrem aufnahmeschnellen Kinder gehen. Heute ist das Gymnasium das Ziel aller Eltern und Kinder, und zwar schon ab der dritten Klasse. Dementsprechend schnell steigt der Lernstress für Kinder ab dem ersten Schuljahr. Wer sein Kind wirklich gut auf den Schulschluss vorbereiten will, beginnt sogar noch früher: Lernförderung im Kindergarten ist angesagt. Vor nicht allzu langer Zeit eröffnete Kumon, ein außerschulisches Paukinstitut aus Japan, die ersten Filialen in Deutschland.

Der Lernstress ist also nicht auf die Schule beschränkt, sondern durchzieht die Nachmittage, die Ferien, die Wochenenden. Kinder und Jugendlich können sich nicht mehr entspannen, sondern müssen bis hin zur letzten Minute ihrer Freizeit alles mit "Sinn" füllen. Aber was wäre, wenn man sich einfach mal eine Auszeit nimmt? Immerhin braucht der Körper Zeit, um Wissen abzuspeichern, zu vernetzen, zu strukturieren. Und auch für die Auszeiten gibt es inzwischen Angebote: Bei E.M.P. gibt es die Disney Princess Collection. Im Disney Land Paris können sich junge Damen nach ihrem Vorbild einkleiden, stylen, ablichten (lassen) - Social Media tauglich


Das Gehirn ist ähnlich wie ein Muskel

Sportler und Sportlerinnen wissen es: Die Ruhephasen zwischen dem Training sind genauso wichtig wie das Training selbst. Denn damit die Muskulatur wächst, die Motorik verbessert wird, die Reaktion steigt, muss der Körper neue Zellen basteln und miteinander verknüpfen. Und das braucht Zeit. Schaut man Lernen biologisch an, sieht es da genauso aus: Das Gehirn besteht aus Nervenzellen. Die müssen ständig erneuert werden. Neue Verbindungen entstehen, alte werden abgebaut. Das braucht Zeit. Es macht also durchaus Sinn, zwischen den vielen Lerneinheiten gerade in der Vor-Abiturphase immer mal einen Tag oder ein Wochenende Pause zu machen und sich zu entspannen. Und zwar mit etwas, das so gar nichts mit Schule zu tun hat.

Hinweis: Dies ist ein Artikel eines Gastautors Michael Maiser aus Hamburg. für Schule-studium.de



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