Erderwärmung und Klimawandel

Sind Elektroautos die Lösung ?


Thesen und Argumente, Fakten & Zahlen für die Diskussion im Schulunterricht
Ein kritischer Blick auf die aktuelle Klimapolitik in Deutschland

Klimawandel
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Thema E-Mobilität und Klimaschutz
Kritische Anmerkungen zur Klimafreundlichkeit von e-Autos ...

Sind Elektoautos der richtige Weg zum Schutz des Klimas? Ist e-Mobilität eine vernünftige Antwort auf den drohenden Klimawandel?
Es gibt berrechtige Zweifel an dieser These.

Im Dezember 2018 waren 5,3 Millionen elektrisch betriebene PKW weltweit im Einsatz (rein elektrische und plug-in-Hybridfahrzeuge)E1.

In Deutschland waren 2018 insgesamt rund 83.000 E-Autos zugelassen und 341.000 Hybrid-PKW. E5 Ursprüngliches Ziel der Bundesregierung war eine Million Elektrofahrzeuge bis zum Jahr 2020.

Die Bildzeitung macht in ihrer Ausgabe vom 5. Juni 2019 aber auf einige Irrtümer beim Klimaschutz aufmerksam und stellt dabei nicht nur die Klimafreundlichkeit von E-Autos in Frage...

So heißt es in der Ausgabe, dass ein batteriebetriebenes Elektroauto bis zu 150.000 km fahren müsse, um in der CO2 Bilanz klimafreund-licher als ein Verbrenner zu sein. In den selben Kanon stößt auch Oliver Welke mit seinem Video der ZDF heute show bei youtube: "Werden Elektroautos das Klima retten?


Übrigens als Hintergrundwissen:
Der Liter Benzin setzt bei seiner Verbrennung 2320 Gramm CO2 frei,
so zumindest die Angabe des Kraftfahrtbundesamtes. Beim Diesel entstehen laut Kraftfahrtbundesamt 2.650 Gramm CO2 pro Liter. Wegen des geringeren Kraftstoffverbrauchs und der deutlich längeren Fahrleistung eines Dieselfahrzeuges dürfte der Diesel dennoch gegenüber dem Benziner in der Klimabilanz besser abschneiden.

Eine aktuelle Volkswagenstudie besagt, dass der e-Golf erst nach 100.000 km Fahrleistung wirklich grün, d.h. klimafreundlich ist. Grund hierfür sei die klimaschädliche Akkuproduktion in China, denn der hierfür benötigte Strom würde dort ausschließlich aus Kohle gewonnen. Außerdem würde bei der Gewinnung von Lithium für die Akkus für eine einzige Autobatterie bis zu 80.000 Liter Wasser benötigt. Laut einer schwedischen Studie entstehen bei der Produktion von Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos zwischen 145 und 195 kg CO2 je Kilowattstunde Batteriekapazität. Auch der Lade-Strom aus der Zapfsäule bestünde derzeit nur zu 29,7 % aus erneuerbaren Energien, so ist in dem Artikel zu lesen.

Auch eine aktuelle Ifo-Studie zur Klimabilanz von E-Autos lässt kein gutes haar an Elektroautos, denn laut dem Ifo-Institut hat ein Elektroauto in Deutschland eine miesere CO2-Bilanz als ein Diesel. Hans Werner Sinn und seine Kollegen haben dabei den derzeitigen deutschen Strommix für das Laden des E-Autos und die Emissionen bei der Herstellung der Batterie in die Ökobilanz einfließen lassen.

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hat vor einer Pleitewelle in der Autobranche gewarnt, sollte die Regierung überhastet Maßnahmen beschließen, die der Automobilbranche in Deutschland schadeten. Eine von der IG-Metall in Auftrag gegebene Studie warnt davor, dass durch e-Mobilität 150.000 Arbeitsplätze verloren gehen könnten, denn während ein Vierzylinder-Verbrennungsmotor aus mehr als 1000 Teilen besteht, die alle aufwendig montiert werden müssen, ist ein Elektromotor in der Montage deutlich einfacher und benötigt daher auch weniger Arbeitsstunden.

In den unzähligen Branchen, die an der Produktion von Verbrennungs-motoren hängen, könnten massenhaft Arbeitsplätze verloren gehen, aber auch in der Motor- und Getriebeentwicklung und in den Kfz-Werk-stätten. Gießereien produzieren im Wesentlichen für die Autoindustrie, und deren Gussteile werden vor allem im Antriebsstrang verwendet. Die Situation bei vielen Zulieferern wird von IG-Metall Chef Jörg Hofmann als durchaus dramatisch bezeichnet, da es in jedem zweiten Betrieb keine Strategie für den Wandel hin zu E-Mobilität gibt. Vielerorts ist man schlichtweg nicht vorbereitet auf einen Wandel hin zu e-Mobilität.

Von der Bundesregierung fordert der IG-Metall-Chef Jörg Hofmann Milliarden-Investitionen in die Elektromobilität und vor allem in den Aufbau eines Netzes von Elektroladesäulen deutschlandweit. IG-Metall-Chef Jörg Hofmann ist überzeugt, dass e-Mobilibät in Deutsch-
land nur gelingen kann, wenn die Politik zuvor für eine flächendecken-
de Ladeinfrastruktur mit ausreichend Schnellladestationen sorgt. Die Kosten für eine solche flächendeckende Infrastruktur mit Schnelllade-stationen an den Autobahnen wird auf über zehn Milliarden Euro geschätzt. Doch abgesehen von den finanziellen Kosten gibt es auch technische Schwierigkeiten, denn die Energienetze sind derzeit nicht leistungsfähig genug, um die Stationen überhaupt zu versorgen. Um eine Autobahnraststätte mit mehreren Ladestationen zu betreiben, wären gewaltige Erdkabel nötig, die gekühlt werden müssten- oder ein kleines Kraftwerk eben neben der Raststätte.

Derzeit sind die regionalen Verteilernetze so ausgelegt, dass maximal zehn Prozent aller Kraftfahrzeuge in Deutschland E-Autos sein können.
Mehr Elektrofahrzeuge würden die Netze schlichtweg überlasten.


SPD/ UNION im Dilemma

Die Regierungskoaliton aus Union und SPD scheut sich, möglicherweise zurecht , Milliarden in die Hand zu nehmen um die Infrastruktur für eine Technologie aufzubauen, die wömöglich nie eine Zukunft haben wird. Denn noch immer liebäugelt man in der Industrie auch mit der Technologie der Brennstoffzelle, die mit Lithium-Ionen-Speichern für E-Fahrzeuge konkurriert. Sollten sich Brennstoffzellen durchsetzen, wären Ladestationen für e-Fahrzeuge hinfällig. Und eine solche milliardenschwere Fehlinvestition soll wohl vermieden werden.
Die Nachfrage nach e- Fahrzeugen mit Lithium-Ionen-Speichern ist gering, Kunden bleiben aus. Die einen sagen, weil die Infrastruktur mit Schnellladestationen fehlt - aber vermutlich auch, weil man der neuen Technologie noch immer misstraut und vieles noch ungeklärt ist.

Die Probleme bei der unausgereiften Technologie sind nämlich vielfältig.

1) die vergleichsweise geringe Reichweite von Elektrofahrzeugen mit Lithium-Ionen-Speichern.
2) der lange Ladevorgang von Elektrobatterien:Die durchschnittliche Kapazität der E-Auto-Batterien beträgt rund 24 Kilowattstunden. Mit einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose dauert der Ladevorgang also 10 h. Bei längeren Strecken mit dem Auto ergeben sich damit große Probleme. (vergleiche hierzu auch : "Die wichtigsten Informationen zur Ladedauer" (autoscout24.de)
3) Die für die Batterie eines Elektrofahrzeuges benötigten Rohstoffe Lithium und Kobalt sind unverzichtbare Bestandteile der Li-Io-Batterien. Diese Rohstoffe werden aber in Südamerika und Afrika unter teils unmenschlichen Bedingungen in Kinderarbeit und mit gravierender Umweltzerstörung gewonnen. 70 % des Lithiums wird in den Anden von Peru, Chile und Bolivien abgebaut. Bei der Gewinnung von Lithium für die Li-Io-Akkus werden für einen einzigen Lithium-Ionen Akku bis zu 80.000 Liter Wasser verbraucht.In einer chilenischen Anlage von 44qkm2 Größe müssen jeden Tag 21.000.000 l Grundwasser aus dem Boden hochgepumpt werden, um das Lithiumsalz an die Oberfläche zu bringen. Das Wasser in der chilenischen Atacama Wüste verdunstet aber größtenteils, so dass ganz erhebliche Umweltschäden mit dem Lithiumabbau verbunden sind. V3Durch den Gewinungsprozess entstehen auch giftige Dämpfe.

s. auch ZDF VIDEO: "Der wahre Preis der Elektroautos")

Der Lithiumabbau zerstört das Ökosystem und raubt den Menschen vor Ort ihre Lebensgrundlage.


Auch in der argentinischen Hochlandregion Jujuy in den Anden wird Lithium gewonnen. Dort ist eines der größten Lithium-Depots der Welt. Das "Weiße Gold" wird hier durch Verdunstung aus Salzseen gewon-
nen, für deren Austrockung riesige Becken angelegt worden sind. Für 1 t Lithiumsalz benötigt man 2.000.000 l Wasser.A7 Während die einheimische Bevölkerung und das Vieh dürsten und die Bauern ihre Lebensgrundlage verlieren, wird für den Lithiumabbau Wasser in gigantischen Ausmaß verschwendet.

Die Auswirkungen auf das Klima sind immens. Der Grundwasserspiegel sinkt dramatisch infolge des Lithiumabbaus. Dadurch stirbt die flachwurzelige Vegetation ab, ehemals fruchtbares Land verödet.

Hinweis:
s. auch Arbeitsblätter
"Bodendegeneration, ein globales Problem"

Naturzerstörung durch Lithiumabbau
4)

Die Fertigung der Lithium-Ionen-Speicher für E-Fahrzeuge ist ein regelrechter Schadstoff-Gau. Sie erfolgt derzeit in China unter sehr hohem Stromverbrauch, der dort fast ausschließlich mit Kohlekraftwerken gewonnen wird. Pro KWh Batteriekapazität wird 50-200 kg CO2 ausgetoßen. V2 Dementsprechend ist die Klimabilanz von Elektrofahrzeugen aufgrund der Herstellung der Akkus auch verheerend. Und Klimapolitik sollte in der Tat global betrachtet werden. Alles andere wäre Unsinn.

E- Mobilität - Elektrobatterien für E- Fahrzeuge

5) Lithium-Ionen Akkus sind wegen der hohen Zyklenfestigkeit für den Elektroantrieb in Fahrzeugen noch immer unverzichtbar.  Vorteil der Lithium-Ionen Akkus ist, dass sie sich sehr oft aufladen lassen, ohne zu „altern“. Eine Alternative wäre möglicherweise die Magnesium-Batterie, an der unter anderem aber noch am Karlsruher Institut für Technologie geforscht wird. Magnesium wäre im Vergleich zu Lithium problemlos in der Gewinnung und in großen Mengen verfügbar.
6) Sollte es bei einem beschädigten Li-Io-Akku zu einem Kurzschluss kommen, so brennen diese mit enormen Temperaturen ab und können mit konventionellen Mitteln kaum gelöscht werden.
7) Das Recycling von Lithium-Ionen Batterien erweist sich als schwierig und teuer. Bisher ist nicht klar, wie die Altbatterien von Elektroautos und Fahrrädern mit E-Motor recycelt werden sollen.

Die Deutsche Akademie für Technikwissenschaften (Acatech) geht davon aus, dass 25 bis 30 Prozent des in Europa anfallenden Elektronikschrotts illegal exportiert werden - inklusive der Akkus - eben in Regionen mit niedrigen Umweltstandards. Was mit den Altbatterien passiert, weiß niemand so genau.

Alte Lithium-Ionen-Akkus haben nämlich nur einen geringen Markt-wert. Wegen der zahlreichen Inhaltsstoffe und der komplexen Demontage der uneinheitlichen E-Auto-Antriebsbatterien sind die Kosten für für Sammlung, Demontage und Recycling höher, als der Verkauf der recycelten Stoffe einbringt.

(vgl. "Das schwierige Recycling von Elektroauto-Batterien (deutschlandfunk.de)

(s. auch: )
Ende der Lithium-Ionen-Ära? (auto-motor-und-sport.de)


8)

Elektrofahrzeuge werden allenfalls von Besserverdienern als Zweit- oder Drittwagen angeschafft. Die Skepsis gegenüber der neuen Technologie ist noch immer groß.


Wegen der hohen Umweltstandards, der hohen Stromkosten und auch der hohen Arbeitskosten hier in Deutschland ist es eher unwahr-scheinlich, dass sich die Fertigung von Lithium-Ionen Speichern in Deutschland etablieren kann, auch wenn die Batterieforschung in Deutschland derzeit massiv gefördert wird. (s. Artikel des Bundesministeriums für Forschung und Bildung: "Batterieforschung in Deutschland. Potenziale für vielfältige Anwendungen nutzen."

Man möchte offenbar eine Abhängigkeit von China vermeiden. Sollte nämlich China ähnlich wie bei den seltenen Erden (vgl. "Der Streit über Seltene Erden verschärft den Handelskrieg") den Export von Lithium-Ionen-Akkus nach Deutschland aus politischen Gründen irgendwann einmal einstellen, so könnte die komplette deutsche Automobilbranche still liegen, sofern diese einmal komplett auf e-Fahrzeuge umgstellt ist. Die Folgen wären verheerend. Dies gilt es zu vermeiden.

Neuzulassung von Elektroautos in ausgewälten Ländern (2017)

Aktuelle Entwicklungen rund um die E- Mobilität:
China ist der größe Markt für Elektrofahrzeuge weltweit. Wurden im Jahr 2009 nur rund 10.000 Elektroautos verkauft, so stieg diese Zahl von Jahe zu Jahr kontinuierlich bis zuletzt an.

Doch im September 2019 sind die Verkaufszahlen um rund 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zurückgegangen. Der Verkauf von Plug-in-Hybriden ist sogar im selben Zeitraum um 38,4 Prozent zurückgegangen. Dennoch sind in den ersten 3 Quartalen des Jahres 2019 in der Volksrepublik China noch immer rund 717.000 E-Autos produziert worden.E6 2018 waren noch 1,26 Millionen E-Fahrzeuge verkauft worden.

Problematisch ist allerdings, dass der zurückliegende Boom bei den Elektrofahrzeugen bisher stark subventionsgetrieben war. Allein 2017 förderte die chinesische Regierung die Hersteller von E-Autos mit rund 3,1 Milliarden US-Dollar. Doch diese Subventionen sind im März 2019 deutlich gekürzt worden und sollen Ende 2020 dann ganz wegfallen.
Bereits seit März 2019 werden in China nur noch E-Fahrzeuge mit einer Reichweite von mindestens 250 Kilometern subventioniert. Bei Elektroautos mit Reichweiten von mehr als 400 Kilometern wurden die Zuschüsse halbiert. Das trifft die Branche sehr hart. Chinas Start-Up Unternehmen Nio, das einst als Tesla Chinas galt, musste im zweiten Quartal des Jahres 1919 sogar rund 479 Millionen US-Dollar Verlust hinnehmen.

Auch für Brennstoffzellenautos, die mit Wasserstoff betrieben werden, sollen ab 2021 die Subventionen ganz wegfallen. Chinas zuständiges Ministerium begründete den Schritt mit einem fehlenden Durchbruch der Technologie und ausbleibenden bedeutsamen Innovationen. Chinas Regierung will mit den Subventionskürzungen erwirken, dass sich sowohl die Qualität und die Reichweite der E-Fahrzeuge verbessert.


E-Fahrzeuge in Deutschland
Ab November 2019 soll in Zwickau das Elektroauto ID.3 vom Band rollen. Dafür hat der VW - Konzern seinen Standort in Zwickau bei laufendem Betrieb fast vollständig umgebaut. Die Rede ist von 800 E-Fahrzeugen pro Tag, die in Kürze aus der Werkshalle rollen sollen.E7

Weitere Marken des VW Konzerns sind der Seat el-Born, zwei Varianten des SUV ID Crozz sowie der Audi Q4 E-Tron.

Die Autoindustrie drängt die Bundesregierung zu mehr Ladesäulen für
E-Fahrzeuge. Schon im Frühsommer 2020 sollen die ersten Exemplare des Volkswagen ID.3 auf der Straße rollen. Zur gleichen Zeit sollen auch der Opel Corsa-e, der Peugeot e-208 und der Honda e im gleichen Preissegment auf dem Markt kommen. Dies könnte der E-Mobilität in Deutschland einen neuen Schub geben.

Dennoch ist der Entwicklungsvorstand von BMW, Klaus Fröhlich eher skeptisch. Er gibt einen eher skeptischen Ausblick auf die e-Mobilität hier in Europa. (Juni 2019)
(s. auch: "BMW: Europäer wollen keine Elektroautos kaufen" )

Seiner Ansicht nach hätten europäische Verbraucher derzeit noch kein großes Interesse an Elektroautos. Grund hierfür seien fehlende staatliche Anreize und Fördermittel. Überall dort wo diese fehlten, seien Plug-in-Hybride möglicherweise die bessere Lösung.

In Russland oder dem Nahen Osten sei die fehlende Lade-Infrastruktur ein großes Hemmnis für Elektrofahrzeuge. Hier in Deutschland ist die Ladeinfrastruktur wohl besser als ihr Ruf. Nach Angaben des Bundes-
verbands der Energie und Wasserwirtschaft (BDEW) existierten Anfang April 2019 in Deutschland rund 9000 Ladestellen. Eine Ladestelle, auch Ladestation genannt, hat meist mehrere Ladepunkte, wie eben bei einer klassischen Tankstelle. Von diesen öffentlichen Ladepunkten gibt es in Deutschland rund 17.400. E2 1.800 davon entsprechen dem europäisch-amerikanischen Schnellladestandard CCS (Combined Charging System). Auch Teslas Model 3 und der von Renault überarbeitete Zoe nutzen die CCS Buchse. Mittlerweile gibt es an fast jeder Autobahnraststätte des bundesweiten Betreibers Tank & Rast solche Ladesäulen für Elektrofahr-
zeuge. Viele davon können zu Ladeparks mit sechs und mehr Plätzen nach dem Vorbild der Supercharger von Tesla ausgebaut werden.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) möchte als Konsequenz des vergangenen Autogipfels den Ausbau öffentlicher Ladestellen be-
schleunigen und per Gesetz bürokratische Hindernisse für Fahrzeug-
halter in Mehrfamilienhäusern beseitigen. Viele potentielle Autokäufer stören sich nämlich am langsamen Ladevorgang mit Wechselstrom (abgekürzt AC für alternating current) zu Hause oder am Arbeitsplatz. Nach Einsschätzung von Volkswagen werden 70 Prozent der Ladevor-gänge zu Hause oder am Arbeitsplatz durchgeführt werden. Eine soge-
nannte Wallbox, die ein schnelles Laden ermöglicht, könnte hier die Lösung sein. Doch das Wohnungseigentumsgesetz legt unter anderem fest, dass bereits eine Gegenstimme in einer Eigentümerversammlung
die Installation einer Wallbox in der Tiefgarage blockieren kann.
Verkehrsminister Andreas Scheuer möchte daher per Gesetz die Rechte von Mietern auf Installation einer Wallbox stärken und die Vetomöglich-
keit in dieser Hinsicht einschränken. Wie das konkret aussehen könnte, verrät Andreas Scheuer noch nicht. Eine Wallbox zum schnellen Aufladen von E- Fahrzeugen kostet in einfacher Ausführung rund 1.000 Euro inklusive Montage.

Andererseits schont Strom, der in gemächlichem Tempo in die Batterie fließt, die Stromnetze. Auch diese Überlegung sollte nicht zu kurz kommen. Nach Einschätzung von VW machen Fahrten, die über die üblichen Pendel-, Einkaufs- und Kindershuttlestrecken hinausgehen nur 5 % aus. Hier könnte ein schnelleres Laden mit Gleichstrom (abgekürzt DC für direct current) gebraucht werden.

Klaus Fröhlich, der Entwicklungsvorstand von BMW, glaubt, dass die steigende Nachfrage nach Akkus die Preise für einige notwendige Materialien weiter nach oben treiben und sich so Elektroautos weiter verteuern könnten. Wegen der noch nicht gelösten Probleme, die die neue e-Mobilität mit sich bringt, geht die Automobilbranche hier in Deutschland davon aus, dass Verbrenner mit Dieselmotoren noch etwa 20 Jahre lang produziert werden – Benziner sogar noch 30 Jahre lang.E3

Wohl auch aus diesem Grund hat die Union kurz vor dem Autogipfel im Bundeskanzleramt einen Rettungsplan für den Verbrennungsmotor vorgelegt. Damit Benzin- und Dieselmotoren eine Zukunft haben, möchte die Unionsfraktion auch die Produktion klimafreundlicher Treibstoffe fördern. Nach Willen von CDU und CSU im Bundestag sollen nicht nur ausschließlich Elektroautos gefördert werden, sondern auch die Produktion klimafreundlicher Treibstoffe. Konkret geht es um synthetischen Kraftstoffe, auch E-Fuels, genannt - die meist aus erneuerbaren Energien, Wasserstoff und Kohlendioxid erzeugt werden. Solche E-Fuels könnten dem Papier zufolge "gängigen Benzin- und Dieselkraftstoffen sowie Kerosin beigemischt werden".

Der Initiator des Papiers Christoph Ploß glaubt, das wir auch Wasserstoff und andere regenerative Kraftstoffe brauchen, um die Klimaziele zu erreichen. Auch hoffen die Initiatoren so den momentanen Technologie-vorsprung deutscher Automobilhersteller" erhalten zu können. Schließlich ist die Furcht vor dem Verlust Tausender Arbeitsplätze in Deutschland, die am Verbrennungsmotor hängen, immens. Im Bereich der Verbrennungsmotoren sind deutsche Hersteller führend, doch diese Technik würde bei Elektrofahrzeugen nicht mehr gebraucht. Bereits mehrere Länder haben angekündigt, die Neuzulassung von Benzin- und Dieselautos von 2030 an verbieten zu wollen, darunter auch Irland. Großbritannien und Frankreich wollen 2040 folgen.E4

Bis zum Jahr 2023 möchte BMW konzernweit insgesamt 25 elektrisch betriebene Modelle auf den Markt bringen. Der Anteil elektrischer Fahrzeuge am Gesamtabsatz soll von Jahr zu Jahr bis 2025 um 30 Prozent steigen.E3

Besonders weit fortgeschritten ist der Übergang hin zu E-Moblität in Kalifornien, aber auch in den den Küstenregionen Chinas mit den Metropolen Peking und Shanghai. Hier werden Elektrofahrzeuge vom Verbraucher gut angenommen. Experten gehen davon aus, dass dort der Anteil von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen bereits in zehn Jahren bei 100 Prozent liegen könnte.


Kinderarbeit und E-Mobilität
Wer e-Mobilität lautstark fordert, muss sich auch mit dem Thema Kinderarbeit kritisch auseinandersetzen, denn für die Batterien in Elektrofahrzeugen werden unter anderem große Mengen an Kobalt benötigt. Doch das Kobalt, was für die Herstellung von Batterien in Elektrofahrzeugen benötigt wird, wird oftmals von Kindern in den Minen der Demokratischen Republik Kongo (DRC) unter grausamen Bedingungen abgebaut. Während eine Smartphone-Batterie nicht mehr als 10 Gramm raffiniertes Kobalt benötigt, braucht ein Elektro-
auto 15 kg davon. Jeder kann sich wohl vorstellen, was ein weltweiter Umstieg auf e-Mobilität bedeuten würde - wohl ein exorbitanter Anstieg von Kinderarbeit in den Minen der Demokratischen Republik Kongo (DRC). Schon jetzt arbeiten dort in den Minen 40.000 Kinder täglich. Das Kobalt wird in ungeregelter Arbeit abgebaut und nach Asien transportiert, wo Batterie-Hersteller es verwenden, um ihre Batterien leichter, langlebiger und wieder aufladbar zu machen. Die Demokratische Republik Kongo ist der größte Exporteur des Minerals und verfügt über 60% aller Reserven weltweit. Der Abbau von Kobalt ist äußerst gesundheitsgefährlich, weil das Einatmen der Stäube zur sogenannten Kobaltlunge führen kann - eine Form der Lungenent-
zündung, die zu Husten, fortschreitender Erkrankung und sogar zum Tode führt. Niemand weiß genau, wieviele Menschen jährlich als Folge des Kobaltabbaus ums Leben kommen, denn viele der Minenarbeiter werden wohl einfach im Schutt eingebrochener Gänge begraben, so traurig es auch klingt.

Auch die Anwohner nahe den Minen im südlichen DRC müssen gesundheitliche Risiken in Kauf nehmen. Bei einer Untersuchung hatten Anwohner in ihrem Urin einen Kobaltgehalt, der 43 mal höher war als normal. Bodenproben aus dem Abbaugebiet zeigen zudem erhöhte Werte von weiteren Schwermetallen: Der Bleigehalt war fünf, der Kadmium- und Urangehalt vier mal höher als normal.

Die International Labour Organisation (ilo) der UN haben den Kobalt-Abbau in der Demokratischen Republik Kongo wegen der erheblichen Gesundheitsrisiken als "eine der schlimmsten Formen von Kinderarbeit" beschrieben.

Die Hoffnung bleibt, dass in 15 oder 20 Jahren, wenn die Lebenszyklen der ersten Batteriegenerationen enden, die Rohstoffe praktisch zu 95 bis fast 100 Prozent wiederverwendet werden. Auch bemühen sich Forschung & Industrie, den Kobalt-Gehalt bei künftigen Batterie-
generationen von Elektrofahrzeugen deutlich zu reduzieren. Ob dies gelingen wird, bleibt abzuwarten.

Wenn künftig ein jeder in seinem tonnenschweren Elektroauto in Schrittgeschwindigkeit zur Arbeit fährt oder morgens gar auf dem Weg zur Arbeit im Stau steckt, dann mag dies vielleicht die Umsatzzahlen der Hersteller von E-Autos in die Höhe treiben oder aber die Aktionäre von Tesla und anderen großen Autokonzernen erfreuen, die mit Elektroautos ihr Geld verdienen, aber dem Klima hilft es sicherlich nicht. Zumal Elektoautos zumeist Zweit- oder Drittwagen von Besserverdie-nern in Großstädten sind - also genau dort, wo die Fahrzeugdichte ohnehin schon viel zu groß ist. Daher - zu Ende gedacht - wer dem Klima wirklich etwas Gutes tun möchte, der sollte öfter mal sein Auto stehen lassen und zu Fuß gehen oder in die Pedalen treten..

weniger Auto fahren !

Kurzum ...
Um das Klima zu schützen, gibt es keine Alternative dazu, eben weniger zu fahren, öfters mal - wenn der Weg zur Arbeit nicht zu weit ist - mit dem Fahrrad zu fahren, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen oder eben Fahrgemeinschaften zu bilden.

Mit Blick auf die oben bereits erwähnte dreckige Seite der Mobilitäts-wende möchten auch die Grünen nicht alle 47 Millionen Verbrenner in Deutschland eins zu eins durch E-Autos ersetzen, sondern vielmehr sollen auch Bahn, Bus und Radverkehr gestärkt werden.


Aktuelle Entwicklungen rund um Elektroautos:


Daimler - Kooperation mit BeQi und Geely im Bereich e-Mobilität
Baic oder BeiQi, ein staatliches Unternehmen aus China übernimmt fünf Prozent der Daimler Aktien und wird damit zu einem der größten Einzelaktionären des Konzerns. Schon lange arbeiten die beiden Unternehmen BeQi und Daimler bei Forschung, Entwicklung und Vertrieb zusammen. Bisher hat Daimler seine E-Modelle in China fast zu 100 Prozent mit BAIC zusammen produziert. Doch auch ein anderer Konzern hat große Ambitionen und setzt auf eine Zusammenarbeit mit Daimler.

Seit knapp anderthalb Jahren ist bereits der chinesische Autokonzern Geely an Daimler beteiligt. Daimler setzt in China inzwischen voll auf Elektro-Mobilität. Daimler hat inzwischen die Hälfte seiner Anteile von Smart an Geely verkauft. Insofern wäre es wenig verwunderlich, wenn der Smart künftig nur noch in China und auschließlich elektrisch produziert würde.



Abschließende Überlegungen und Fazit:

Zugespitzt ist e-Mobilität nur eine Verlagerung von Schmutz und Dreck dorthin wo die Umweltstandards am niedrigsten sind, eben in die ent-
legensten Regionen in China, nach Südamerika und nach Schwarzafrika -
eben weg von der reichen Nordhalbkugel hin zur ärmeren Südhalbkugel. Dort wo die Rohstoffe für die so sauberen Elektroautos hergestellt werden, werden ganze Landstriche zerstört und für Mensch und Tier unbewohnbar gemacht.

Während sich hierzulande Besitzer von Elektrofahrzeugen gegenseitig auf die Schulter klopfen und sich rühmen, wohlmeinend sauberer Autos zu fahren, verlieren anderswo auf der Welt Menschen durch die Energie-wende und die hoch gepriesene E-Moblität ihre Lebensgrundlage - viele durch Bodendegradation infolge Wassermangels (Lithium-Abbau) oder chemischer Verunreinigung (China, Kongo etc.) . Die Menschen, die man ihrer Lebensgrundlage beraubt hat, bitten vor den Toren Europas um Asyl. Doch das Bollwerk Europa möchte sie nicht hineinlassen. Des einen Freud ist des andern Leid. Schöne heile Welt !!

Interessante Videos zur e- Mobilität

V1) Video

> Ist die Brennstoffzelle die Zukunft? Der Wasserstoff-Roadtrip

V2) Video
> Wie öko ist ein Elektroauto wirklich?

V3) Video
> Brennstoffzelle im Auto: Besser als Lithiumakkus?
Harald Lesch)

V4) Video
> Elektroautos: Wie sie die Umwelt zerstören (wdr)

V5) Video
> Der wahre Preis der Elektroautos (zdf Mediathek)



E1
> December global electric vehicle sales set new record:
S&P Global Platts data

E2
> Elektromobilität. Die Angst vor dem Boom

E3
> BMW: Europäer wollen keine Elektroautos kaufen

E4
> Irland will Autos mit Verbrennungsmotor die Zulassung entziehen

E5
> Das Klima retten, ja - nur wie?

E6
> E-Auto-Verkäufe brechen um ein Drittel ein

E7
> Es hat sich bald ausgegolft



Interessante Online-Artikel zu dem Thema:


> 17 Tonnen CO2 für eine E-Auto-Batterie

> Elektroautos aus Kinderarbeit: Kobaltabbau im Kongo

> Wie umweltfreundlich sind Elektroautos? (ndr)

> Saubere Elektroautos?

> Elektroautos brauchen Kobalt aus dem Kongo:
Anstieg der Kinderarbeit vorprogrammiert

> Kinderarbeit in Minen: Weniger E-Autos sind auch
keine Lösung (handelsblatt.com)

> Kinderarbeit und Rohstoff-Abhängigkeit:
Elektroauto ist Chance und Risiko zugleich


> Deutschlands größte Klimasünder (Spiegel)

> Akkus für Elektroautos

> 10 Fakten über Elektroautos

> Fahren mit Strom. Pro und Contra (ndr)

> Ende der Lithium-Ionen-Ära? (auto-motor-und-sport.de)

  Wohin mit den Akkus der e- Autos? (faz.net)

> "E-Mobilität kostet weit mehr als 150.000 Jobs" (Die Welt)

> Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren:
Was zeigt die CO2 Bilanz?
Ifo Institut

> Wie das Elektroauto schlecht gerechnet wird (Spiegel)



Interessante Videos
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E-Mobilität:

Elektroautos: Wie sie die Umwelt zerstören


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